Wiens erste Unterwasser U-Bahnstation
                 - erstellt unter Vereisung mit Fräsvortrieb

 
 

Jüngstes spektakuläres Beispiel für den Tunnelbau ist die Unterquerung des Donaukanals in Wien zwecks Bau von zwei Tunnelröhren für die Erweiterung der Wiener U-Bahnlinie "U2".


Erkat Fräse
Die Arge U2/1 bestehend aus den Firmen Bilfinger Berger Bau GmbH und Porr AG ist in Wien für den Bau des U-Bahnabschnittes Schottenring zuständig. Dieser Bauabschnitt umfasst den Umbau bzw. die Neutrassierung der bestehenden U-Bahnlinie "U2" im 1. Wiener Gemeindebezirk im Bereich Schottenring sowie den Neubau und damit die Unterquerung des Donaukanals in ca. 15 m Tiefe unter dem Normalwasserstand des Kanals.

Zur Vorbereitung der Untertunnelung des Donaukanals über eine Länge von 80 Laufmetern in tonigem Schluff musste ein Eisring um den geplanten Ausbruch der Stationsröhren hergestellt werden. Dazu wurden über den gesamten Querschnitt von beiden Seiten aus, auf einer Länge von 45 lfm., Bohrungen von zwei Schächten aus hergestellt.

Vereisung mit flüssigem Stickstoff

Über Rohrleitungen erfolgte sodann die Vereisung in zwei Etappen. Im Firstbereich wurde zuerst flüssiger Stickstoff mit einer Temperatur von minus 196°C eingeleitet. Über den gesamten Querschnitt des geplanten Tunnels wurde eine spezielle Salzlösung (Sole) als Kältemittel und Kälteträger in den übrigen Rohrleitungen verwendet. Diese Sole wurde über ein mächtiges Kühlaggregat (mit einer Leistung von 600 kW) mit minus 35°C durch die an der Oberfläche isolierten Rohre gepumpt, um so über die Bohrungen im Boden einen kompletten zwei Meter starken Eisring um die geplanten Tunnelröhren zu bilden. Dieser Kältekreislauf mit Sole wurde bis zum Einbringen der wasserdichten Tunnelinnenschalen aufrecht erhalten.

Vortrieb mit Anbaufräse:

Querschneidkopf-Fräse Erkat ER 1500-3

Über einen Querschnitt von ca. 85 m² und einer Länge von 75 lfm. mussten zwei Tunnelröhren im vereisten, tonigen, sandigen Schluff des "Wiener Tegels" errichtet werden. Man entschloss sich, diese Arbeit mit einer hydraulischen Anbaufräse durchzuführen. Von der Firma Prucha Baumaschinenhandel Ges.m.b.H. in Maria Lanzendorf bei Wien wurde eine Querschneidkopf-Fräse Erkat ER 1500-3 angemietet. Dieses äußerst leistungsfähige und robuste Gerät, das bis zu einer Schneidkraft von 72.000 N verfügt, wurde auf einem 40 to Hydraulikbagger mit Engcon Rotator aufgebaut.

Als Fräswerkzeuge wurden Rundschaftmeißel der Firma Kennametal GmbH mit einem 17,5 mm Hartmetalleinsatz verwendet. Von der Leistungsfähigkeit der Erkat Fräse ER 1500-3 war man sehr positiv überrascht. Es konnte die erste Querung über 75 Lfm. in nicht einmal einem Monat Bauzeit fertiggestellt werden. Wie von der Bauleitung zu erfahren war, ermöglichte der Einsatz der Anbaufräse auf einem 35-40 to Hydraulikbagger eine sehr wirtschaftliche Lösung. Diese Errichtung der Tunnelröhren zeigt eine der vielen Einsatzmöglichkeiten von Erkat Baggeranbaufräsen in Österreich.

Rundschaftmei&zlig;el Tunnelröhren

Weitere Beispiele erfolgreicher Einsätze sind:

  • auf der Transitstrecke der Tauernautobahn musste im Hiefler- und Ofenauertunnel die Betonschale (25-5 cm Stärke) abgetragen werden. 10 Erkat Fräsen ER 1500-1 und ER 1500-3 waren im Einsatz
  • Im Tunnel Wienerwald Ost führen 2 Erkat Fräsen ER 1500-3 auf Cat 325 Tunnelbaggern den Vortrieb durch
  • im Tunnel Brixlegg waren bis zu sieben Erkat Fräsen zum Fräsen von Nischen, Abwassergräben und an der Brust zum Nacharbeiten von Überprofilen im Einsatz

Die Anwendungsmöglichkeiten der Erkat Fräsen beschränken sich keineswegs auf den Tunnelbau. Auch im Güterwegebau, Spezialtiefbau (Pfähle, DVS, Schlitzwände), Abbruch, Felsabtrag, in Steinbrüchen und besonders im Kanalbau werden diese vielseitigen Geräte eingesetzt.

Für den Kanalbau führte die Firma Prucha den Längsschneidkopf auf dem österreichischen Markt ein. Diese Geräte werden auf Grund ihres Aussehens gern als "Pinsel" bezeichnet und sind mit verschiedenen Schneidkopfdurchmessern erhältlich. Mit einer ER 1500-1L (680 mm Schneidkopfdurchmesser) z.B. kann man mit einer hohen Schneidkraft bereits Grabenbreiten von 700 mm erstellen, was bei diesen Einsätzen einen enormen Vorteil gegenüber den breiteren Querschneidköpfen darstellt.

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    © PRUCHA, Ines Baumaschinen, Ganghofergasse 25, A-1110 Wien